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Fragen II

Gestern erreichte mich eine Mail mit einer sehr interessanten Frage bzw. Position:


............. Nach Durchsicht Ihrer Homepage stelle ich fest das Sie Leute suchen die entweder schon selbstständig sind, oder es machen würden um bei Ihnen aufgenommen zu werden.

Die Idee ist im Prinzip auch gut. Jedoch gebe ich zu Bedenken das, wenn ich erfolgreich selbstständig bin keine Genossenschaft benötige, und wenn ich mich erst selbstständig machen muss ich keinen festen Kundenstamm übernehmen kann sondern eigene Aquise betreiben muss. Oder haben Sie Kundenaufträge zu vergeben, denn wie Sie schreiben haben Sie jede Menge Arbeit? Gerne würde ich dazu von Ihnen wenn es geht eine kurze Stellungnahme erhalten bevor ich mir weitere Schritte vorstellen könnte. .............

Meine Antwort:

............. Ja, ich gebe Ihnen recht. Wenn man glaubt "erfolgreich" genug zu sein, braucht man keine Kooperation. Ich kenne allerdings keinen der das glaubt ;-)

Scherz bei Seite. Sie kommen schnell an natürliche Grenzen wenn Sie das Gebiet "EDV und Rechnungswesen" abdecken möchten. Ich selbst bin in diesem Thema seit 24 Jahren selbständig und erfuhr irgendwann, wie auch einige andere Gründungsunternehmen,  das weiteres Wachstum, selbst mit 12 Angestellten, unverhältnismässig viel Geld kosten würde.

Aus dem Streben besser zu werden, leistungsfähiger und gleichzeitig nicht so sagenhaft viel Geld für Angestellte zu vernichten, entstand vor zwei Jahren die Gemeinschaft.

Es ist also nicht so, das die Gemeinschaft "Rettungsanker" für gescheiterte Existenzen ist, wie ich es zwischen den Zeilen Ihrer Mail lese. Das Gegenteil ist der Fall. ;-)
..........


Habe ich eine Gemeinschaft nötig?

Die Frage müsste sein, wie weit komme ich ohne Partnerschaften? Wie präsentieren Sie sich als Einzelkämpfer Ihrem Kunden?

Der Kunde möchte nicht für jede Dienstleistung eine andere Firma beauftragen. Zumal alles mit zunehmender Technisierung zusammen wächst. Dem Kunden ist auch klar, das es sich um ein Sicherheitsrisiko handelt wenn z.B. Webdesigner, Administrator, Programmierer, Datenschutzbeauftragter und kfm. Mitarbeiter aus fünf verschiedenen Firmen kommen. Abgesehen von der Mühe, die sich der Kunde machen müßte. Was glauben Sie, wer das Geschäft machen wird? Die vielen Einzelkämpfer oder der jenige der sagt "Wir haben das Know-How und die Manpower, wir machen das!"

Ich denke, die Frage ob oder wer eine Gemeinschaft nötig hat läßt sich einfach beantworten. Wenn meine persönliche Definition des Begriffs "erfolgreich" so aussieht, das es mir reicht wenn ich in einem Kiosk oder Frittenbude mal einen PC repariere oder mal eine Webpräsenz erstelle, brauche ich sicherlich keine Gemeinschaft. Wenn es aber darum geht, Geld zu verdienen und dem Kunden etwas neues, in der Form noch nicht da gewesenes zu präsentieren, wird man an Partnerschaften nicht vorbei kommen.